Duelo Criollo

Duelo Criollo

Eine tragische Liebesgeschichte aus 1928; 'Duelo Criollo' bezeichnet im Lunfardo ein Messerduell. Musik: Juan Rezzano (1895 - 1979), Text: Lito Bayardo (1905 - 1986).

Die Versionen sind von Carlos Gardel (1928), Francisco Canaro (1945, Sänger: Guillermo Rico), Orqu. Típ. Imperiál (2009, Sängerin Inés Arce, aus dem Film "El último aplauso - Der letzte Applaus"), sowie eine yiddische Version von Bernard Potock (1930er).

 

 

 

 

Mientras la luna serena
baña con su luz de plata
como un sollozo de pena
se oye cantar su canción;
la canción dulce y sentida
que todo el barrio escuchaba
cuando el silencio reinaba
en el viejo caseron

Cuentan que fue la piba del arrabal,
la flor del barrio aquel
que amaba un payador.    
Solo para ella canto el amor
al pie de su ventanal;
pero otro amor por aquella mujer
nacio en el corazón del taura mas mentao
que un farol en duelo criollo vio
bajo su debil luz, morir los dos

Por eso gimen las noches
de tan silenciosa calma
esa canción que es el broche
de aquel amor que paso ...
De pena la linda piba
abrio bien anchas sus alas
y con su virtud y sus galas
hasta el cielo se volo

While the calm moon
showers with its silver light
like a sob of pain
her song is heard;
the sweet and painly song
that the entire neighbourhood used to hear
when the silence was king
in the old big house

They say it is the girl from the slum,
the flower of that neighbourhood
that was in love of a street troubador.
Only for her he sang love songs
outside her window;
but another love for that woman
was born in the heart of the most famous bully
that a streetlamp saw in duel of men
under its dim light, both die

This is why the nights groan
from the so silent calm
that song that is the sign
of that love that happened ...
Because of the sadness, the pretty girl
alas opened her wide wings
and with her virtue and her best dresses
up to the sky she went

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  1. Duelo Criollo - Carlos Gardel
  2. Duelo Criollo - Francisco Canaro
  3. Duelo Criollo - Orqu. tip. Imperial
  4. Rivka Ben Zabes - Bernard Potock

 

La_maleva.jpgLa Maleva

La Maleva (1922, Musik: Antonio Buglione, Text: Mario Pardo) in der Version von Aníbal Troilo gehört zu meinen Lieblingstangos. Anhand dieses Stücks möchte ich zeigen, wie klassische (Instrumental-)Tangos in der Regel strukturiert sind.


Meistens gibt es mehrere Teile in einer bestimmten Reihenfolge, z.B. A – B – A – C – A. Diese Form geht auf das Rondo oder Ritornello  der Barockzeit zurück, in dem Musikstücke aus (sich wiederholenden) Teilen aufgebaut waren, z.B. ABA, ABACA, ABACABA. Jedes Teil hat mehrere Sätze oder Phrasen, meistens 4, manchmal 3 oder 5. Jeder Satz besteht aus vier Takten; da der Grundschlag, auf dem wir tanzen, im Viervierteltakt auf 1 und 3 liegt, hat jeder Satz 8 Grundschläge oder Schritte, solange wir keine Verdopplungen einbauen.

Die Sätze sind musikalisch manchmal als Frage und Antwort aufgebaut, manchmal als durchgehende Geschichte. Die Teile haben in der Regel unterschiedlichen Charakter. Übergänge zwischen Sätzen und Teilen sind markant und strukturieren idealerweise auch das Tanzen; so wäre es ungünstig, eine komplexe Figur am Ende eines Teils zu beginnen.

„La Maleva“ hat bei Troilo die Struktur A1 – B – A2 – C1 – C2 mit jeweils vier Sätzen pro Teil, Ausnahme C1 mit 5 Sätzen:

A1-1 Geigen spielen Melodie
A1-2 wie A1-1, Klavier übernimmt die Melodie, Geigen rhythmisch
A1-3 Geigen und Klavier gemeinsam eine andere Melodie und Rhythmik
A1-4 wie A1-3, polyphon die Geigen mit einer weiteren Melodie darüber

B1 Frage
B2 Antwort
B3 Frage wie B1, Melodie eine Oktave höher
B4 Antwort

A2 wie A1, in A2-2 übernimmt das Bandoneon die Melodie

C1-0 Übergang

C1-1 bis C1-4 Geigen erzählen eine Geschichte über 4 Sätze, der letzte Satz ähnelt dem ersten.

C2 Weil es so schön war, wird C1 wiederholt: während im Hintergrund das Klavier den Grundrhythmus hält, schwebt das Bandoneon die Melodie improvisierend darüber – eine der schönsten Stellen in der Tangomusik!

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  1. La Maleva - Aníbal Troilo